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Besonderes WM-Erlebnis für junge Gymnastinnen

RSG-Camp während der RSG-WM 2026 | Foto: DTB

Im RSG-Camp freuen sich 52 Mädchen über den Besuch der Festhalle und die Begegnung mit ihren Idolen

Weltmeisterschaften bedeuten tosenden Jubel in der Frankfurter Festhalle – aber auch konzentrierte Stille in einer Sporthalle vor den Toren der Stadt. Wenn Gymnastinnen von morgen lauschen, was Gymnastinnen von heute erzählen. Dass sie mit sieben Jahren angefangen haben und heute bis zu 40 Stunden in der Woche trainieren. Dass es für sie eine große Ehre ist, für Deutschland starten zu dürfen. Eine besondere Begegnung und Überraschung für 52 junge Turnerinnen zum Abschluss eines RSG-Camps, das der Deutsche Turner-Bund anlässlich der Heim-WM ausgeschrieben hatte.

„Wir wollten, dass nicht nur die sehr guten Gymnastinnen die Chance für ein Trainingscamp am Rand der WM bekommen, sondern auch andere Mädchen“, erklärt Jana Babka zur Maßnahme, neben dem Lehrgang für den Nachwuchs-Nationalkader auch ein Camp für alle Vereinsmitglieder zu veranstalten. Voraussetzungen für eine Bewerbung waren RSG-Grundkenntnisse und ein Alter zwischen zehn und 16 Jahren. „Wir hatten deutlich mehr Anmeldungen als verfügbare Plätze“, meinte Jana Babka, selbst früher deutsche Meisterin mit der Gruppe und heute im Technischen Komitee des DTB aktiv, die mit Praktikantin Cindy Kremer die Gruppe durch das Programm führte. Zu dem zum Beispiel auch eine Trainingseinheit mit der früheren Olympionikin Aliya Garaeva gehörte, die selbst schwärmte: „Wir haben mit den Keulen gearbeitet, das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht mit den Mädels“. 

„Ich habe einen neuen Tanz gelernt und auch viel über den Körper“, erklärte die zehn Jahre alte Rebecca aus Hannover, bei der es die erhoffte nachhaltige Wirkung zeigte, dass der DTB bewusst auch Einheiten für „Selfcare und Bodypositivity“ ins Programm einbaute. „Wir fanden das Training cool, weil es mal was anderes war als zu Hause“, erklärten Mila und Anni, 13 und 14 Jahre alt, vom TV Dahn. Und stellvertretend für alle schwärmten Yeva und Varvara aus Düsseldorf, die kurz vor dem Wechsel in die Seniorenklasse stehen: „Der Besuch der WM war super, wir wollten schon immer mal die besten Gymnastinnen der Welt live sehen“. Yeva feuerte besonders Taisiia Onofriichuk aus der Ukraine an, mit der sie in ihrer kriegserschütterten Heimat schon trainiert hat.

Die kleine Rebecca erzählte wiederum stolz, dass sie schon einmal zwei Tage lang mit Anastasia Simakova in einem Camp trainiert hat. Nun sitzt sie wieder mit großen Augen vor der WM-Starterin, die am Tag zuvor noch in der Festhalle gefeiert wurde und erzählt: „Ich bin durch meine Mutter, die selbst sehr erfolgreich war, zur Rhythmischen Sportgymnastik kommen“. Bei Melanie Dargel war die Kindergartenerzieherin schuld, bei Oliva Falk die kunstturnende Schwester, bei Viktoria Steinfeld eine Freundin in der Grundschule. Auch die drei Gymnastinnen aus dem Nationalkader sind in die Halle gekommen, um die Kinder mit ihrem Besuch zum Abschluss des Camps zu überraschen.

Sie werden neben Einstiegsalter, Trainingsumfängen, Lieblingsgeräten und Lieblingsmusik auch nach ihren schönsten Wettkampfmomenten gefragt. Anastasia kann neben ihren Gold-, Silber- und Bronzemomenten bei EM und WM ganz frisch vom WM-Erlebnis in der Festhalle berichten, Melanie vom Weltmeistertitel mit dem Team 2025 in Rio, Viktoria vom EM-Finale mit dem Band, und Olivia neben der EM-Medaille von einem besonderen Gruppenerlebnis dank einer Verzögerung im Wettkampfablauf einer WM: „Wir saßen dann in der Aufwärmhalle im Kreis im Spagat, das war ein tolles Gemeinschaftsgefühl“. Und was macht ihr so in eurer Freizeit? Melanie liest, zeichnet und kocht gerne. Viktoria versucht, viel zu schlafen und geht gerne schwimmen. Olivia mag Spazieren mit der Familie und bei Oma essen. Anastasia überrascht mit: „Kaffee trinken“. 

Nach ein paar spontanen Fragen aus der Runde kommt die Bonuseinheit, auf die alle gewartet haben: Autogramme und Selfies. Die vier erfolgreichen Gymnastinnen genießen sichtlich den Besuch, dessen Besonderheit Melanie Dargel auf den Punkt bringt: „Ich kann mich selbst daran erinnern, als ich noch so klein war und mich gefreut habe, die Großen zu sehen. Es ist echt toll zu sehen, mit welcher Lust und Leidenschaft die Kinder dabei sind“. Olivia Falk ist dabei „auch ein bisschen stolz auf mich, dass ich so etwas erreichen durfte“. 

Im Gegensatz zu ihren jungen Fans war außer Anastasia Simakova keine der drei Gymnastinnen bis dahin live in der Festhalle. Doch am Nachmittag tauchten sie dann auch selbst ein in die Atmosphäre, für die sie ja teilweise selbst im Kreis der Kandidatinnen waren. Auch manche Camp-Teilnehmerin freute sich auf das Mehrkampf-Finale, für die meisten führte nach einem abschließenden Flashmob der Weg nach Hause, wo mit Sicherheit der Livestream eingeschaltet und noch lange von den aufregenden Tagen in Frankfurt geschwärmt wird.

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