Die Rhythmische Sportgymnastik ist eine der künstlerischsten Sportarten überhaupt. Doch damit die RSG - früher Wettkampfgymnastik genannt - nicht nur bei Olympischen Spielen weiterhin zum sportlichen Programm gehört, gibt es zahlreiche Normen, Regeln und Wertungsbestimmungen, um eine möglichst objektive Beurteilung der Übungen zu gewährleisten. Die Gesamtnote für den Vortrag einer Einzelgymnastin oder einer Gymnastik-Gruppe setzt sich grundsätzlich aus dem nach oben offenen Schwierigkeitsgrad, der Artistik- und der Ausführungsnote (jeweils maximal 10,00 Punkte) zusammen.
Ob Einzel- oder Gruppengymnastik: Die Wettkampffläche ist immer 13 mal 13 Meter groß, die Dauer der Übungen hingegen unterscheidet sich: In der Einzelkonkurrenz dauert ein Vortrag 75 bis 90 Sekunden, die fünfköpfige Gruppe performt 2:15 Minuten bis 2:30 Minuten auf der Bodenfläche. Wichtige Grundanforderungen sind die sogenannten Körperschwierigkeiten, die Stände, Drehungen und Sprünge umfassen. Auch zwei tänzerische Schrittreihenfolgen, die mindestens acht Sekunden andauern, sind obligatorisch. Das Publikum indes staunt vor allem über die sogenannten dynamischen Risiko-Elemente, bei denen Drehungen und ein Wurf eines Handgerätes gleichzeitig ausgeführt werden. Sehr wichtig für die absoluten Top-Athletinnen sind auch die "Apparatus-Difficulty"-Elemente, mit denen sich bis zu 0,4 Bonuspunkte erturnen lassen.
Keine Vorteile verschaffen können sich die Konkurrentinnen bei der Wahl ihrer Handgeräte, die Bestimmungen lassen da kaum Spielräume. So müssen sowohl die Keulen als auch der Reifen aus Plastik gefertigt sein, jede Keule muss mindestens 150 Gramm wiegen, die Länge darf zwischen 30 und 50 Zentimeter betragen. Wenigstens 300 Gramm muss der Reifen auf die Waage bringen, der Innendurchmesser ist auf 80 bis 90 Zentimeter beschränkt. Am detailliertesten sind die Grundmaße beim bei den Fans besonders beliebten Band festgeschrieben. Es muss mindestens sechs Meter lang sein, die Breite beträgt vier bis sechs Zentimeter, als Stoff sind nur Seide oder Satin zugelassen. Der Durchmesser des Bandstabs muss bei genau einem Zentimeter liegen. Als Gewicht sind mindestens 35 Gramm vorgegeben. Der Ball sollte aus Gummi oder Plastik bestehen. Das Mindestgewicht beträgt 400 Gramm, bezüglich des Durchmessers werden 18 bis 20 Zentimeter toleriert.
Als zu wenig “telegen” wird das Seil seit 2013 bei großen internationalen Wettkämpfen nicht mehr verwendet. Nur ein Beispiel dafür, wie das Regelwerk in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder an moderne Entwicklungen angepasst wurde. So vergab man bei den Welttitelkämpfen 1963, 1965, 1967 und 1969 noch WM-Medaillen in einem Wettkampf ohne Handgerät. Seit 2013 dürfen alle Übungen von Musik mit Gesang begleitet werden. Ein Jahr später endete die Ära der musikalischen Live-Begleitung der Vorträge am Klavier. Noch in den 1980er-Jahren war der rumänische Pianist Eugen Filipescu regelmäßig offizielles Mitglied der DTB-Delegationen bei Welt- und Europameisterschaften.