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Turn-Team Deutschland

Festhalle begeistert die WM-Gymnastinnen

Festhalle Frankfurt | Foto: Tom Weller

Schon beim Podiumstraining zur Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik zeigt sich: Die Frankfurter Festhalle sorgt für ganz besondere Atmosphäre.

Die große Bühne ist eröffnet. Am Dienstag fliegen erstmals Keulen, Bänder, Reifen und Bälle unter der 40 Meter hohen Kuppel der Frankfurter Festhalle. Noch ohne Wertung, noch ohne Publikum. Es ist Podiumstag bei der Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik. Erste Gelegenheit für die rund 100 Starterinnen in den Einzelwettbewerben, sich an die Wettkampffläche und ihre Umgebung zu gewöhnen. 

„Es ist wunderschön hier, so aufregend, so groß, und das Licht ist sehr gut“. Ein dickes Lob von einer der ersten Gymnastinnen, die ihre Übungen auf jener Wettkampffläche testen, auf der es 24 Stunden später ernst wird. Maria aus Zypern meint trotz der mächtigen Halle sogar: „Hier fühlt man sich fast wie zu Hause“. Auch ihre Trainerin Marianna Mohamed fühlt sich nach eigenen in einer „sehr schönen Atmosphäre“ gleich sehr viel wohl als etwa vor Jahresfrist bei der WM in Rio de Janeiro. Obwohl die Tribünen noch leer sind und rund um die Wettkampffläche noch fleißig organisiert und gewerkelt werden muss, um alle Abläufe in WM-Form zu bringen. Die Gäste aus Zypern sind vor allem begeistert vom Farbdesign der Wettkampfstätte, die auch schon über Jahrzehnte erfahrene WM-Beobachter durch ein technisches Novum begeistert: Ein breiter LED-Rahmen rund um den quadratischen Boden, der für spektakuläre Effekte sorgen wird. Eine weitere LED-Band und eine gewaltige Videowand an der Stirnseite sind weitere Belege, für welch hohen technischen Standard der Deutsche Turner Bund (DTB) als Ausrichter hier sorgt.

Die vor knapp 120 Jahren erbaute Festhalle hat ihren historischen Charme erhalten, ist aber längst eine moderne Veranstaltungs-Arena. Neben Messen und Konzerten spielt der Sport schon immer eine große Rolle im Event-Kalender der „Gut Stubb“, wie die Frankfurter ihre altehrwürdige Festhalle nennen. Reitturniere, Sechs-Tage-Rennen, das alljährliche Finale des Frankfurt-Marathons – nur eine kleine Auswahl großer Sportereignisse. Mit der RSG-Weltmeisterschaft 2026 schließt sich auch erst einmal ein Kreis. Denn nach der Eröffnung 1908 war das Deutsche Turnfest die erste Großveranstaltung in der Festhalle, die auch bei späteren Auflagen in Frankfurt immer eine zentrale Rolle spielte. 

In den nächsten Tagen werden hier nun erstmals Weltmeistertitel in einer olympischen Sportart vergeben. Ein Heimspiel für die Gymnastinnen des Turn-Teams Deutschland, die ebenfalls begeistert waren von der Arena. Darja Varfolomeev fühlte sich „fast wie im Theater“, Lada Pusch empfand die Atmosphäre als „nahezu magisch“. Das Schwärmen setzten auch andere erfahrene und im Medaillenkampf favorisierte internationale Konkurrentinnen fort. „Es ist wirklich eine wundervolle Arena und ich bin sehr glücklich hier zu sein“, erklärte die Italienerin Sofia Raffaeli, die im Vorjahr in Rio mit dem Reifen einzige Einzel-Goldmedaillengewinnerin neben Darja Varfolomeev war. 

Die US-Amerikanerin Rin Keys kann es auch kaum abwarten, ihre Klasse vor vollen Tribünen zu zeigen: „Ich kann jetzt schon fühlen, wieviel Energie in der Halle sein wird, wenn uns die Leute anfeuern, die aus der ganzen Welt kommen, um uns zu sehen“, erklärte die Vize-Weltmeisterin mit dem Ball und sang nach ihrer Trainingseinheit ein weiteres Loblied auf die Festhalle: „Die Arena ist wirklich super cool und ich fühle mich fast wie in einer Fantasiewelt.“ Am Mittwoch wird es dann  ernst am ersten von zwei Qualifikationstagen - wenn neben der Musik dann auch sicherlich tosender Applaus die Festhalle füllen wird. 
 

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